Gemeinsam gegen Corona

Liebe Eltern, zuerst hoffe ich, dass Sie und Ihre Familie gesund sind! Denn die Gesundheit steht nicht nur momentan an erster Stelle, sondern immer! In Zeiten wie diesen wird uns – wie wahrscheinlich nie zuvor vor Augen gehalten, wie wichtig diese ist und dass sie eins der größten Güter ist, die wir im Leben besitzen.

Wir haben uns aufgrund der aktuellen Situation aktiv Gedanken gemacht, wie wir sie von Zuhause aus unterstützen können, die schwere Zeit etwas angenehmer zu gestalten. Deshalb finden Sie anbei verschiedene Angebote für die „kleinen“ und für die „großen“ Kinder, die sie gemeinsam Zuhause ausprobieren können.

Auch die die Landeskirche hat eine, teilweise für Grundschulkinder, teilweise auch für ältere Kita-Kinder geeignete Sammlung und ein paar grundsätzliche Erwägungen zur besonderen Situation veröffentlicht. Der Link dazu ist folgender https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/03/30.

Wir freuen uns schon jetzt darauf, Sie alle wieder in der Kita begrüßen zu dürfen und wünschen Ihnen bis dahin alles erdenklich Gute und vor allem Gesundheit!

Alles wird gut!

Im folgenden finden Sie noch Links, die hilfreich für alle Eltern sind. Sie finden dort einige Informationen wie uns zu Hause ein guter gemeinsamer Alltag gelingt! Außerdem noch ein Link, der von der Bundesstelle für Eltern empfohlen wird.

https://drive.google.com/file/d/1i8a2wqQyMjMhMQSuwB3z6KF379GV344V/view?usp=drive_web

https://sprach-kitas.plattform-spi.de/ilias.php?ref_id=11206&prvm=fsc&bmn=2020-04&blpg=531&cmd=downloadFile&cmdClass=ilblogpostinggui&cmdNode=vc:jv:43&baseClass=ilRepositoryGUI&file_id=il__file_112444

https://www.drin-bleib-monster.de/deutsch/bilderbuch/

Angebote für die „Kleinsten“

Blumen aus Handabdrücken für Fenster oder auf Papier

  • Material:
  • Pinsel
  • Malerkittel oder ein altes Shirt
  • Tusche
  • Fingerfarbe
  • Fenster oder ein Blatt Papier

Dauer: ca. 20 Minuten

Durchführung:

Eine Hand des Kindes mit gewünschter Farbe bemalen und einen Handabdruck auf die vorgesehene Oberfläche bringen. Jetzt kann man die Finger noch als Blüte verzieren. Aus den Handabdrücken lassen sich auch eine Vielzahl von Tieren gestalten…probiert es aus!

Zaubersand herstellen

Das Kneten mit dem Zaubersand fördert die Wahrnehmung. Durch die Wahrnehmung spüren die Kinder, ob die Berührung mit dem Sand angenehm ist oder nicht.

Material:

  • 960 g Mehl
  • 120 ml Öl (Sonnenblumenöl oder Babyöl)
  • flüssige Lebensmittelfarbe (nach Bedarf)
  • eine Schüssel
  • eine Unterlage zum spielen

Dauer: ca. eine halbe Stunde

Durchführung:

1.Geben sie das Mehl und das Öl in eine große Schüssel.

2. Verkneten sie dann alle Zutaten zu einer ordentlichen Masse. Falls die Masse zu fest oder zu dünn ist, geben sie noch etwas mehr Öl oder Mehl hinzu.

3.Wenn sie farbigen Zaubersand haben möchten, geben sie noch etwas von der flüssigen Lebensmittelfarbe hinzu. (Je mehr Farbe, desto intensiver die Färbung des Sandes)

4. Verkneten sie nochmal alle Zutaten miteinander und schon ist der Zaubersand fertig! Das Kneten mit dem Zaubersand fördert die Wahrnehmung. Durch die Wahrnehmung spüren die Kinder, ob die Berührung mit dem Sand angenehm ist oder nicht. Abgedeckt ist der Zaubersand mehrere Tage verwendbar.

Herstellung von einem Barfußpfad

Materialien:

  • Karton oder dickes Tonpapier
  • Heißkleber oder Alleskleber
  • Schere
  • Federn, Knöpfe, Steine
  • Holz, Watte, Nudeln
  • Legosteine usw.

Dauer: ca. 1 Std

Durchführung:

  • 1. Verschiedene Materialien aussuchen.
  • 2. Sie kleben die Materialien jeweils auf einen Karton oder auf das dicke Tonpapier.
  • 3. Wenn alles gut festgeklebt ist, dann ist der Pfad schon fertig. Es können mehr oder weniger Stationen gebastelt werden je nach Bedarf.
  • 4. Die Kinder können nun auf dem Barfußpfad die einzelnen Stationen ablaufen. Es kann auch mit den Händen oder verbunden Augen geführt werden.

Ein Barfußpfad ist eine Sinneswahrnehmung und eine Entspannung für die Füße. Bobbycar Parcours Draußen, mit dem was der Garten so hergibt (Seile, Steine. Gartengeräte usw.) einen Parcours aufbauen alternative fürs Kinderzimmer: mit farbigen Klebeband Straßen kleben für Spielzeugautos…da können ganze Städte entstehen!

In der Badewanne malen

Materialien:

  • Bade- oder Duschwanne / alternativ eine Strandmuschel
  • Vorgewärmtes Badezimmer
  • Fingermalfarbe oder Waschkreide
  • Rasierschaum

Dauer: ca. 30 Minuten

Durchführung:

  • Badezimmer vorwärmen
  • Kind nackig machen bis auf die Windel
  • Kind in die Wanne setzen
  • Dem Kind Fingermalfarbe in Klecksen in die Wanne geben
  • Kind mit den Händen in der Wanne malen lassen
  • bei Bedarf kann man auch Rasierschaum dazu geben

Achtung, wichtig! Seien Sie unbedingt während der gesamten Zeit anwesend!

Gemeinsames Singen, siehe www.Kinderlieder.de

Das Wasser und den eigenen Körper spüren

Für Kinder ab ca. 18 Monaten

Material:

  • 1-2 kleine Boote aus Plastik, die im Wasser schwimmen
  • 2-3 kleine Becher aus Plastik zum Wasser hin und her gießen
  • Evtl. Duschgel, falls das Kind sich selber einseifen und auch waschen möchte
  •  Eine Gummimatte für die Duschwanne
  • 1 Badewannenthermometer (zum Messen der Wassertemperatur)
  • 1 großes Badehandtuch, das vor der Dusche liegt, damit das Kind nach dem Baden auf den feuchten Fliesen nicht ausrutscht.
  • Handtuch mit Kapuze für das Kind zum Abtrocknen
  • Wickelutensilien und Kleidung, die das Kind nach dem Baden anzieht
  • T-Shirt für die erwachsene Person

Dauer: Je nachdem, wie viel Spaß das Kind an dem Baden hat kann dieses Angebot 10 Minuten aber auch 30 Minuten durchgeführt werden.

Durchführung: Als erstes ist es wichtig sich alle Utensilien, die benötigt werden, zurechtzulegen, die Wickelutensilien, die Kleidung und auch die Handtücher, alles muss griffbereit liegen! Während das Kind im Wasser in der Duschwanne sitzt und spielt darf es auf keinen Fall unbeaufsichtigt gelassen werden!! Da es in dem Wasser ertrinken könnte!! Nun gehen das Kind und die erwachsene Person gemeinsam ins Badezimmer, dem Kind werden die kleinen schwimmenden Boote gezeigt und auch die kleinen Becher. Gemeinsam mit dem Kind wird die Gummimatte und das Badewannenthermometer in die Duschwanne gelegt und dabei erklärt, dass das Kind jetzt baden darf. Dadurch wird das Kind aktiv an der Vorbereitung beteiligt und kann sich innerlich darauf einstellen, dass es gleich in der Duschwanne spielen darf. Beim Ausziehen sollte das Kind Unterstützung erhalten, aber so weit wie möglich kann es sich auch selbständig ausziehen. Die erwachsene Person kann ein T-Shirt anziehen, damit sie sich gut bewegen kann. Wenn das Kind völlig ausgezogen ist und die erwachsene Person ebenfalls bereit ist, kann sie dem Kind helfen in die Duschwanne zu gehen und gemeinsam können sie den Wasserhahn aufdrehen. Die Erwachsene Person muss unbedingt mit Hilfe des Badewannenthermometers auf eine angemessene Wassertemperatur, auch während der gesamten Zeit, für das Kind achten, ca. 37 Grad sind für das Kind angenehm. Wenn das Kind es möchte kann es den Brauseschlauch selber festhalten und sich das Wasser über den eigenen Körper laufen lassen, es können aber ebenfalls die kleinen Becher schon befüllt werden, während das Wasser einläuft. Je nach Höhe der Duschwanne und Alter des Kindes sind 10 bis 20 cm Wasserhöhe ausreichend. Nun kann das Kind seiner Fantasie freien Lauf lassen und mit den Gegenständen spielen, oder sich selber einseifen. Viele Kinder lieben es auch von ihren Eltern eingeseift und dabei sanft gestreichelt zu werden. Falls das Kind keine Freude an diesem Spiel hat, kann es sehr schnell beendet werden. Damit die Haut nicht zu sehr austrocknet sollte es aber nach 30 Minuten beendet werden. Damit das Kind merkt und verinnerlicht, dass dieses Spiel beendet wird, ist es empfehlenswert das Kind zu fragen, ob ihm dieses Spiel gefallen hat und ob es in einigen Tagen wiederholt werden soll. Danach wird dem Kind gesagt, dass dieses Spiel gleich beendet wird. Nach kurzer Zeit wird das Kind darum gebeten aufzuräumen und die Boote und Becher der erwachsenen Person zu geben. Das Kind darf, wenn möglich auch selber den Stöpsel vom Abfluss öffnen damit das Wasser abläuft. Anschließend wird dem Kind das Handtuch mit Kapuze umgelegt und ihm wird geholfen aus der Duschwanne zu gehen. Damit das Kind nicht friert sollte es zügig abgetrocknet und auch angezogen werden.

Achtung, wichtig! Seien Sie unbedingt während der gesamten Zeit anwesend!

Gemeinsam malen

Material:

  • Buntstifte, Tusche, Fingermalfarbe o.ä.
  • Pinsel
  • Ein Stück Tapetenrolle
  • Kreppband oder Tesafilm

Dauer: ca. 30 Minuten

Durchführung: Schneiden Sie ein Stück Tapete von einer alten Tapetenrolle ab und befestigen Sie dies auf einem Pflegeleichtem Boden mit Tesafilm oder Kreppband. Alternativ können Sie bei schönem Wetter die Tapete auch auf Rasen auslegen. Ziehen Sie ihrem Kind alte Kleidung an oder lassen sie es in der Windel auf die befestigte Tapete. Bereiten Sie die gewünschten Malutensilien bereit. Lassen Sie ihr Kind nun auf der Tapete malen, wenn es nicht mit den Händen malen mag, können Sie ihm einen Pinsel geben.

Achtung, wichtig! Seien Sie unbedingt während der gesamten Zeit anwesend!

Auf dem Rücken malen…

Material: Keine

Die eigene Körperwahrnehmung wird hierdurch gefördert

Dauer: ca. 15 Minuten

Durchführung: Malen Sie dem Finger Ihrem Kind z.B. eine Sonne auf den Rücken. Dieses muss dann erraten, was Sie gemalt haben.

Murmelbilder

Material:

  • 1 x Schuhkarton
  • 1 od. 2 Murmeln
  • Papier DIN A4
  • Fingerfarbe in verschiedenen Farben
  • 1 x Kittel oder alte Kleidung

Dauer: ca. 10 bis 15 Min.

Durchführung: Man nehme einen leeren Schuhkarton und legt ein Blatt Papier hinein. Nun kleckst man verschiedenen Farben auf das Papier (die Farben können die Kinder sich selber aussuchen) und legt die Murmeln in den Schuhkarton. Den Schuhkarton mit dem Deckel verschließen und dann können die Kinder den Karton ordentlich schütteln. Fertig ist das schöne Murmelbild. 😉

Varianten: Man nimmt ein bedrucktes Blatt Papier z. B. mit einem Ei (nur der Umriss) drauf und schneidet es, nach dem das Bild getrocknet ist, aus. So hat man eine schöne Osterdekoration.

Folienbilder

Material:

  • 1 x Kittel oder alte Kleidung
  • 1 x Leinwand z. B. DIN A 4
  • Fingermalfarbe in verschiedenen Farben
  • Frischhaltefolie
  • Tacker oder Klebeband

Dauer: Ca. 10 – 15 Min.

Durchführung: Man lege die Leinwand auf dem Tisch und kleckst die verschiedenen Farben (die Farben können sich die Kinder selber aussuchen) auf die Leinwand. Nun legt man die Frischhaltefolie straff um die Leinwand und befestigt sie mit dem Tacker oder dem Klebeband an der Rückseite. Nun können die Kinder auf der Leinwand die Farben vermischen (ohne dass die Kinder dreckig werden, außer die Folie reißt) und ein schönes buntes Bild gestalten.

 Luftballon-Tennis

Material:

  • einen Luftballon
  • eine Schnur
  • Tesafilm
  • Zeitungen

Vorbereitung:

  • Rollt die Zeitungen auf und befestigt sie mit Tesafilm (die Zeitungen dienen als Tennisschläger und sollten deshalb schön fest aufgerollt werden)
  • Spannt eine Schnur, damit ihr zwei Spielhälften habt (die Höhe der Schnur hängt von der Größe der Spieler ab)
  • Pustet den Luftballon auf

Spielanleitung:

Jeder Spieler stellt sich in eine Spielfeldhälfte und schon kann es losgehen. Der Luftballon soll mit der Zeitung auf die andere Seite (über die Schnur) geschlagen werden und dabei nicht den Boden berühren. Schafft ein Spieler es nicht, den Ballon auf die andere Seite zurückzuschlagen, bekommt der Gegner einen Punkt. Bei kleineren Kindern macht das Spiel garantiert auch ohne Punktezählen viel Spaß.

Musikinstrument selber basteln

Rasseln basteln

Material:

  • Reiskörner, Erbsen, Kieselsteine oder ähnliches
  • zwei leere, gleich große Joghurtbecher
  • Tesakreppband
  • Kleister
  • buntes Papier
  • Pinsel

Vorbereitung:

Rührt euch Kleister an und reißt buntes Papier in größere Schnipsel.

Bastelanleitung:

Zuerst benötigt ihr die zwei gleich großen Joghurtbecher. In einen der beiden Becher füllt ihr ein paar Reiskörner, Erbsen, Kieselsteine oder ähnliches. Dann setzt ihr den zweiten Becher genau auf die Öffnung des ersten Joghurtbechers und klebt die beiden Becher zusammen. Jetzt benötigt ihr den  Kleister und die Papierschnipsel. Ihr könnt den Kleister mit dem Pinsel oder mit den Fingern auf die Rassel auftragen. Nun die Papierschnitzel mit Hilfe des Kleisters auf die komplette Rassel kleben. Damit alle Papierschnipsel gut halten, alles nochmal gut einkleistern. Laßt die Rassel trocknen und fertig ist euer Musikinstrument. Wenn ihr mehrere Rasseln bastelt und sie alle mit unterschiedlichen Materialien füllt, könnt ihr ein richtiges Konzert machen. Viel Spaß dabei!

Ein Link zum Download und Streaming von Geschichten

Die Soundart Mediengroup GmbH hat mit weiteren Firmen im Zusammenhang mit der Corona Kriese einen Link veröffentlicht, der es Ihnen erlaubt Kurzgeschichten gratis zu nutzen. Die Geschichten haben eine Laufzeit zwischen 2,5 und ca. 20 Minuten. Sie sind für Kinder bis ca. 12 Jahre geeignet.

Der Link lautet: www.diekurzgeschichte.de

Viel Spaß beim Anhören!

Liebe Eltern und Kinder,
ich habe für Euch zu Hause zwei Videos gedreht. Es gibt eine Geschichte aus dem Kamishibai „Der süße Brei“ (ab 2 Jahren) und ein neues Bilderbuch „Lotti kann nicht pupsen“.
Viel Spaß damit wünscht Euch
Tanja Arp

https://www.dropbox.com/s/mwq9ispom8c7lsp/VID_20200506_103829.mp4?dl=0https://www.dropbox.com/s/b2d0r1h93qby5qy/Vorgelesen%20Lotti%20kann%20nicht%20pupsen.mp4?dl=0

https://www.dropbox.com/s/b2d0r1h93qby5qy/Vorgelesen%20Lotti%20kann%20nicht%20pupsen.mp4?dl=0

Angebote für die „Großen“

Streichelmassagen für jeden Tag


Eine Geschichte hören und dabei den Rücken des Kindes sanft massieren, sind ganzheitliche Erfahrungen, welche den Kindern viel Sicherheit und Geborgenheit geben.

Durchführung:
Der Raum sollte möglichst viel Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlen. Nun setzen sie sich hinter ihr Kind und beide machen es sich bequem.

Zwei kleine Hände

Zwei kleine Hände wandern den Rücken hinunter
Und machen dich wieder fit und munter!

Mit den flachen Händen langsam über den Rücken streicheln.
Auch Kreise formen fällt den Fingern nicht schwer,
manch ein Rücken möchte davon gerne mehr.

Nun die flachen Hände kreisförmig auf dem Rücken bewegen.
Hände können auch den Kopf sanft umfassen
und dir dabei viel Ruhe lassen.

Mit beiden Händen über den Kopf streicheln.
Die wärmenden Hände tun zudem auf den Schultern gut
und machen in manch einer Situation wieder Mut.

Jeweils eine Hand auf die Schulter legen.


Kleine Künstler am Werk

Heute wollen wir ein Bild zusammen malen,
dazu machen wir mit dem Pinsel ein paar Zahlen.

Mit dem Zeigefinger zwei bis drei Zahlen auf den Rücken malen.
Punkte klecksen wir anschließend darauf,
so sehen die Zahlen gleich viel lustiger aus.

Mit den Fingerspitzen behutsam auf den Rücken klopfen.
Kreise sehen auf dem Bild auch schön aus,
besonders die Großen kommen gut heraus!

Mit der Handfläche kreisförmig über den Rücken streicheln.
Fertig ist das Bild aber nur dann,
wenn es jetzt noch trocknen kann!

Den Nacken des Kindes behutsam anpusten.

Papierflieger Dart

Zeit: Spiel Vorbereitung ca. 20 min die Spieldauer ist jedem selbst überlassen

Ort: ein Raum mit einem Türrahmen, es sollte vor und hinter dem Türrahmen mindestens 2 Meter Platz sein.

Teilnehmer: Kinder ab ca. 3.5 Jahren Erwachsene dürfen natürlich gerne mitspielen, die Anzahl der Mitspieler ist beliebig

Material:

  • Zeitung / Tonkarton
  • Papier dinA4
  • Schere
  • Stift
  • Zirkel oder unterschiedlich große Runde Teller

Durchführung: Die Kinder dürfen natürlich bei der Vorbereitung gerne helfen 😉

1. Zuerst werden zwei große Seiten Zeitungspapier oder Tonkarton an der längeren Seite mit dem Klebeband verbunden damit man eine große Fläche hat.

2. Zeichnen Sie anschließend unterschiedlich große Kreise auf die Zeitung/Tonkarton und schneiden diese aus (Achtung: der Flieger muss durch die Löcher passen).

3. Kleben sie die Zeitung/Tonkarton oben an den Türrahmen, so dass die Zeitung/Tonkarton runterhängt.

4. Schreiben Sie unterschiedliche Punkteanzahl zu den Löchern um das Spiel spannender zu machen.

5. Ihr Kind kann nun alleine oder zu mehreren versuchen die Flieger durch die Löcher fliegen zu lassen und Punkte sammeln. Natürlich geht es auch ohne Punkte sammeln

Knetball/ Anti-Stress-Ball

Jeder kennt das Gefühl, wenn man gestresst ist. Man fühlt sich elend, ist hilflos und möchte der Situation gerne entfliehen. Häufig können wir Stress mit Bewegung abbauen. Doch in der jetzigen Situation müssen wir auf viele Hilfsmittel verzichten. Spiel- und Sportplätze sind geschlossen, auf denen sich die Kinder bewegen und aktiv sein können. Der Knetball oder auch Anti-Stress-Ball kann helfen, in Stresssituationen einen kühlen Kopf zu behalten, uns zu beruhigen und bringt zusätzlich Spaß bei der Herstellung.

Den kleinen Ball kann man überall mithinnehmen, ihn Kneten, wenn nötig oder aber auch einfach zum Spaß hin und her werfen. Somit ist er nützlich für Klein und für Groß. Während der Durchführung und Herstellung des Knetballs ist es wichtig die gemeinsamen Handlungen sprachlich zu begleiten. Es ist auch ein guter Anlass dafür, mit den Kindern über Gefühle zu sprechen. Bei diesem Sprachanlass kann man auch die eigenen Gefühle benennen. Es kann zum Beispiel darüber gesprochen werden, wann der Knetball zum Einsatz kommen könnte.

Materialien:

  • Luftballons
  • Mehl
  • Trichter oder Plastikflasche
  • Wasserfester
  • Stift
  • Optional Wolle und Kleber

Die Herstellung:

Die Herstellung mit den damit verbundenen Handlungen dauert ca. 20-25 Minuten. Alle Materialien bereitlegen. Wenn möglich, ist es ratsam die Anti-Stress-Bälle draußen herzustellen, da bei der Herstellung eventuell Mehl wieder hinausgepustet werden kann.

Schritt 1: Eine leere Plastikflasche wird mit Mehl befüllt. Hierfür eignet sich der Trichter oder ein Blatt Papier, dass zu einem Trichter zusammengerollt wurde. Befüllt die Flasche lieber mit etwas mehr als mit zu wenig Mehl. Im Nachhinein kann man die überschüssige Füllung noch immer hinauskippen.

Schritt 2: Der Ballon wird nun auf die gewünschte Größe aufgepustet und über die Öffnung der gefüllten Plastikflasche gestülpt, sodass die Luft nicht aus dem Ballon entweichen kann.

Schritt 3: Kippt die Flasche nun samt Ballon um, sodass das Mehl fast wie von allein in den Ballon fällt. Mit Schütteln und leichtem Drücken der Flasche kann man leicht nachhelfen, falls das Mehl noch nicht in den Luftballon gefallen ist.

Schritt 4: Wenn der Ballon genug befüllt ist, könnt ihr ihn langsam und vorsichtig vom Flaschenhals trennen. Die Öffnung des Ballons sollte hierbei gut festgehalten werden, damit die Luft langsam entweichen kann, da sonst das Mehl wieder hinausgepustet wird. Knetet den Ballon vorsichtig, um zu überprüfen, ob die Füllmenge schon ausreicht. Ansonsten kann der Ballon mit Hilfe des Trichters noch weiter befüllt werden.

Schritt 5: Ist der Knetball genügend befüllt, muss jetzt die überschüssige Luft noch hinausgelangen. Hierfür ist es ratsam, den Ballonhals mit Daumen und Zeigefinger zu greifen und mit beiden Fingern leicht und vorsichtig auseinanderzuziehen, sodass ein kleiner Schlitz entsteht. Wird zu stark auseinandergezogen, fliegt das Mehl unkontrolliert wieder hinaus. Ist alle Luft entwichen, kann der Ballon verknotet werden.

Schritt 6: Nun kann der Knetball dekoriert werden. Mit einem wasserfesten Stift z.B. ein Gesicht aufgemalt werden und mit Kleber und Wolle zusätzlich Haare angebracht werden. Hierbei ist der Kreativität keine Grenzen gesetzt und der Anti-Stress-Ball kann noch Herzenslust verschönert werden. So entstehen individuelle Knetbälle, die zum Stressabbau, zur Beruhigung oder einfach zum Spaß im Alltag eingesetzt werden können.

Der Natur auf der Spur – Naturmandala

Sich die Welt anzueignen und sich Wissen zu erschließen ist eine unserer wichtigsten Aufgaben. Gerade Kinder sollten genügend Möglichkeiten und Freiräume haben, sich selbst auszuprobieren und ihre eigenen Erfahrungen machen können. Naturerfahrungen bieten Raum zum Staunen, Beobachten und Sammeln und regt das Forschen und Hinterfragen der Kinder an. Durch diese Einblicke erleben die Kinder Natur als Lebensraum und entwickeln zusätzlich ein Verständnis für einen achtsamen und schützenden Umgang mit der Natur und ihren Ressourcen. Nutzen wir die jetzige Situation als neu gewonnene Zeit und helfen wir unseren Kindern die Natur in ihrer Schönheit erfahren. Dies kann man z.B. durch ein Naturmandala unterstützen. Hierfür kann man den eigenen Garten nutzen oder einen Park oder einen Wald besuchen.

Materialien:

  • unterschiedlichste Naturmaterialien die gemeinsam mit den Kindern gesammelt wurden, zum Beispiel: ? Gras ? Sand ? Erde ? Blätter ? Gänseblümchen ? Moos ? Mitgebrachte Muscheln ? etc.
  • optional Digitalkamera, um Ergebnisse festzuhalten
  • wetterangepasste Kleidung

Die Durchführung:

Gemeinsam mit dem Kind werden unterschiedlichste Naturmaterialien gesucht. Eine wetterangepasste Kleidung ist hierbei wichtig, da die Aktion hauptsächlich draußen stattfindet. Jetzt, im beginnenden Frühling, lassen sich viele bunte Farben entdecken. Im Vorfeld kann man die Kinder in Anbetracht des Umweltschutzes dafür sensibilisieren, dass nicht alle Blumen und Blätter von Pflanzen abgerissen werden sollten, da sie diese für das Überleben brauchen. So sammelt man viele unterschiedliche Materialien der Natur zusammen. Es kann aber auch anhand von kleinen Rätseln gesammelt werden. Zum Beispiel: „Sammele etwas weiches.“, „Sammle etwas grünes.“, „Sammle etwas langes“. Hierbei sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Hat man genügend Naturgegenstände gesammelt, kann man mit dem Legen eines Naturmandalas beginnen. Dieser darf nach eigenen Vorstellungen gestaltet werden und muss nicht starr an ein Mandala zum Ausmalen erinnern. So kann beispielsweise auch ein Bild entstehen, eine Figur oder eine Landschaft. Wichtig ist die aktive Zuwendung zueinander und zur Natur.

Das gemeinsame Kunstwerk kann hinterher fotografisch festgehalten werden. Die Natur ist wandelbar und vergänglich. Durch das Fotografieren können wir uns auch nach einer gewissen Zeit immer noch daran erinnern und uns die Schönheit der Natur ins Gedächtnis rufen. Selbstverständlich können auch bei einem Spaziergang Naturmaterialien gesammelt und Zuhause auf einem Blatt Papier zu einem Naturmandala gelegt werden.

Geschicklichkeitsspiel aus Schuhkartondeckel

Alter: ab 4 Jahre

Material:

  • Deckel eines mittelgroßen Schuhkartons
  • Wellpappe (zum Bemalen möglichst hell, ein Stück größer als der Deckel)
  • Bleistift, Schere Lineal
  • Kugelschreiber und schwarzer Filzstift
  • Holzlöffel
  • Abl1www.geo.de/geolino/basteln
  • Klebestift
  • Pinsel
  • Murmeln
  • Bastelfarben

Durchführung:

1. Zuerst ungefähr zwei Zentimeter breite Streifen aus Wellpappe (je vier pro Seitenlänge) zuschneiden und sie ringsherum am Rand entlang in den Deckel kleben.

2. Jetzt den Deckel auf einem großen Stück Wellpappe abzeichnen. Dann das Viereck an je einer Längs- und Querseite um je einen knappen Zentimeter verkleinern.

3. Nun das Viereck ausschneiden und mit einem Bleistift ein Bild vorzeichnen (siehe auch Beispiele im Anhang).

4. Das Bild mit Lieblingsfarben bunt ausmalen.

5. Die Umrisslinien mit einem schwarzen Filzstift nachziehen und an den passenden Stellen Löcher ins Bild stechen.

6. Die Löcher erst mit einem Kugelschreiber, dann mit dem Stiel eines Holzlöffels vergrößern, bis die Murmeln durch passen. Zum Spielen jetzt einfach das Bild auf den Deckel legen.

Basteltipp: Es können unterschiedliche Motive gestaltet werden, so dass die Bilder ausgetauscht werden können. Möchte man nicht selbst malen, findet man im Internet kostenfreie Vorlagen zum Ausmalen (z.B. bei www.kinder-malvorlagen.com). Diese können angemalt und auf die Wellpappe geklebt werden. Im Anhang zwei Beispiele als Kopiervorlage.

Geförderte Kompetenzen:

  • Feinmotorik durch zeichnen, ausschneiden, ausmalen
  • Ausdauer, indem das Projekt zu Ende gestaltet wird
  • Eine neue Methode wird ausprobiert und erlernt
  • Schulung der Auge-, Handkoordination durch das Ausführen des fertigen Spieles (durch ausbalancieren des Deckels die Murmeln in die Löcher rollen lassen)

Zielpusten auf Eierpappe

Dauer: Basteln ca. 15 Minuten, Spiel je nach Mitspielern zeitlich variabel

Benötigtes Material:

  • Eine große Eierpappe (für 30 Eier)
  • Fingerfarben (in den Farben des Farbwürfels)
  • Pinsel
  • Farbwürfel
  • Tischtennisball

Bastel- und Spielanleitung:

1. Jedes Feld der Eierpappe mit Fingerfarben anmalen. Hierbei ist wichtig, dass nicht dieselben Farben nebeneinander liegen (kein rotes Feld neben einem anderen roten),

2. Nach dem Trocknen kann das Spiel beginnen.

3. Der Ball wird auf ein Farbfeld gesetzt. Der erste Spieler würfelt und versucht, durch Pusten den Ball auf das entsprechende Farbfeld zu befördern. Gelingt es ihm, ist der nächste an der Reihe.

Tipp: Als Variante kann man zu dem Farbwürfel gleichzeitig einen Zahlenwürfel einsetzen. Würfelt ein Spieler die Farbe Rot und die Zahl Drei, muss er versuchen mit dreimal pusten den Tischtennisball auf einem roten Feld zu platzieren. Anstatt des Tischtennisballes kann als Variante auch ein Wattebausch oder eine Feder gepustet werden, um eine unterschiedliche Intensivität des Pustevorgangs herbeizuführen.

Geförderte Kompetenzen:

  • Erkennen und Benennen der Farben
  • Schulen der Feinmotorik durch Bemalen des Kartons mit Pinsel und Farbe
  • Selbstwahrnehmung wird gefördert
  • Stärkung der Mundmuskulatur
  • Dadurch Förderung der Mundmotorik
  • Verbesserung der Artikulation
  • Erste mathematische Grunderfahrung machen, wenn der Zahlenwürfel dazu genommen wird
  • Gemeinschaftsgefühl wird gefördert durch gemeinsames Spielen (Kinder und Erwachsene)

Sprachspiele/ Sprachförderung

Liebe Eltern, ich habe hier zunächst ein paar Spiele zusammengestellt, die Sie problemlos mit wenig Material und Aufwand zu Hause spielen können. Diese Spiele trainieren hauptsächlich die Mundmotorik und machen Spaß, was ja auch wichtig ist. Nutzen Sie die Zeit für intensive alltagsintegrierte Sprachförderung. Benennen Sie die Dinge um Sie herum, lassen Sie die Kinder erzählen, stellen Sie Fragen und nutzen Sie die Zeit draußen, um die Umwelt sprachlich zu erkunden. Spiele wie „Ich sehe etwas was du nicht siehst“ sind zum Beispiel ein geeignetes Spiel für zwischendurch. „Aramsamsam“ oder andere Lieder kennen Sie vielleicht auch noch aus ihrer Kindheit. Vorlesen und erzählen mit der Möglichkeit mit den Kindern ins Gespräch zu kommen, sind geeignete Beschäftigungen in diesen Tagen. Einen Text für Eltern von Harald Hüther finden Sie auch bei den Anhängen, den ich Ihnen noch ans Herz legen würde. Genießen Sie die Tage mit Ihrem Kind/ Kindern und bleiben Sie gesund. Schöne Ostern (Ostereier ausblasen ist übrigens auch ganz prima für die Mundmotorik)

Tanja Arp

Frau Zunge , komm heraus!

Ab 3 Jahren Förderung der (Mundmotorik)

Marialien:

• Kleinigkeit zum Essen für jedes Kind, z.B. Apfelschnitz, Keks, etc

Durchführung:

Kinder machen passend zur Geschichte die Bewegungen der Zunge mit. Am besten zu zweit vormachen oder nach jedem Abschnitt den Kindern die Bewegungen vormachen.

  • “ Guten Morgen, Frau Zunge, es ist Zeit aufzuwachen!
  • (Wange aufblasen und darauf klopfen)
  • Vorsichtig spitzt Frau Zunge zwischen den Lippen hervor.
  • (Zungenspitze zeigen)
  • Sie möchte gerne wissen, wie das Wetter heute ist, deshalb schaut sie erst vorsichtig zu einer Seite, dann zur anderen.
  • (Zungenspitze erst in den einen, dann in den anderen Mundwinkel legen)
  • Das Wetter ist schön, da traut sich die Zunge aus ihrem Haus.
  • Zunge herausstrecken
  • Damit sie richtig wach wird, macht sie tüchtig Gymnastik.
  • (Zunge mit geöffnetem Mund hin und her und auf und ab bewegen)
  • Jetzt ist die Zunge wach und begrüßt fröhlich Frau Nase.
  • (Zunge so weit wie möglich zur Nase bewegen)
  • und dann Herrn Kinn
  • (Zunge so weit wie möglich nach unten strecken)
  • Doch wie sieht es in ihrem Haus aus? Da muss erst tüchtig geschrubbt werden!
  • (Zunge innen an den Wangen entlang drücken, beide Seiten)
  • Jetzt ist Frau Zunge hungrig. Was gibt es denn zum Frühstück?
  • (auf die ausgestreckten Zungen eine Kleinigkeit zum Essen verteilen) Die Geschichte kann beliebig erweitert werden.

Der Staubsauger kommt

ab 3 Jahren Förderung der (Mundmotorik)

Materialien:

  • Murmeln, Bohnen, Erbsen, Muggelsteine etc
  • Schälchen
  • Strohhalme

Durchführung:

Gegenstände wie z.B. Murmeln in Schälchen füllen und einen leeren Behälter daneben stellen. Die Gegenstände müssen in jedem Fall größer als die Öffnung der Strohhalme sein. Jetzt transportieren die Kinder die Murmeln etc. in das leere Schälchen, indem sie diese mit Hilfe des Strohhalmes ansaugen. Dabei können auch 2 Personen gegeneinander antreten.

Kerzenzauber

ab 3 Jahren Förderung der Mundmotorik

Materialien:

  • Feuerzeug
  • Stabkerze
  • Stabiler Kerzenhalter

Durchführung: Zuerst muss das Kind die Kerze ausblasen lassen. Dann sollen die Kinder durch Anblasen der Flamme die Kerze flattern und fauchen lassen, ohne die Kerzenflamme auszublasen. Können auch mehrere Kinder die Flamme blasen, ohne dass sie ausgeht? Achtung, wichtig! Seien Sie unbedingt während der gesamten Zeit anwesend!

Was fliegt denn da?

Ab 3 Jahren Förderung der Konzentration und des Hörens

Materialien: Keine

Durchführung:

Zu Beginn wird das altbekannte Spiel „Alle Vögel fliegen hoch!“ gespielt. Die Kinder klatschen mit den Händen auf dem Schoß. Eine Person gibt den Text, wie z.B. „Alle Vögel gehen hoch“ vor. Bei dem Wort „hoch“ werden die Hände nach oben gestreckt. Später können ganz verschiedene Inhalte auf ihre Richtigkeit überprüft werden, wie z.B. „Alle Trauben schmecken süß!“, sollte die Richtigkeit nicht geben sein, wie z.B. beim Satz „Alle Fische können klettern!“ müssen die Kinder weiter mit den Händen auf dem Schoß klatschen. Der Fantasie ist dabei keine Grenzen gesetzt.

Zungenakrobatik

ab 5 Jahren

Mit den Kindern Zungenbrecher üben, z.B. „Fischers Fritze fischt frische Fische“. Sie können sich gemeinsam mit Ihrem Kind auch eigene Zungenbrecher Sätze ausdenken, in denen jedes Wort mit demselben Buchstaben anfängt. Geschichten vermitteln Wichtig ist es auf die Geschichte neugierig zu machen. Rituale sind vorteilhaft. Am besten bereitet man sich auf die Geschichte vor.

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Gerald Hüther:

Begeisterung ist Doping für Geist und Hirn Neue Erkenntnisse der Hirnforschung – Wie Eltern lernen können, sich selbst und ihre Kinder zu begeistern. Leider können sich Erwachsene nur vereinzelt an ihre ersten Kindheitserlebnisse erinnern. Erinnern an dieses Glücksgefühl, mit dem sie sich als kleines Kind auf den Weg gemacht haben, die Welt zu entdecken. Sie können sich kaum entsinnen an diese unglaubliche Offenheit, Gestaltungslust und Entdeckerfreude. Sie haben nur eine getrübte Vorstellung von dieser den ganzen Körper durchströmenden Begeisterung über sich selbst und über all das, was es damals zu entdecken und zu gestalten gab. Wären diesen Erinnerungen präsenter, wären viele Sorgen, Probleme und Nöte des Erwachsenseins gar nicht existent. Leider ist vielen Erwachsenen genau das, weitgehend verloren gegangen was einem Kind die pure Lebensfreude vermittelt: die Begeisterung. Zwanzig bis fünfzig Mal am Tag erlebt ein Kleinkind einen Zustand größter Begeisterung. Und jedes Mal kommt es dabei im Gehirn zur Aktivierung der emotionalen Zentren. Die dort liegenden Nervenzellen haben lange Fortsätze, die in alle anderen Bereiche des Gehirns ziehen. An den Enden dieser Fortsätze wird ein Cocktail von neuroplastischen Botenstoffen ausgeschüttet. Diese Botenstoffe bringen nachgeschaltete Nervenzellverbände dazu, verstärkt bestimmte Eiweiße herzustellen. Diese werden für das Auswachsen neuer Fortsätze, für die Bildung neuer Kontakte und für die Festigung und Stabilisierung all jener Verknüpfungen gebraucht, die im Hirn zur Lösung eines Problems oder zur Bewältigung einer neuen Herausforderung aktiviert worden sind. Das ist der Grund, warum wir bei all dem, was wir mit Begeisterung machen, auch so schnell immer besser werden. Jeder kleine Sturm der Begeisterung führt gewissermaßen dazu, dass im Hirn ein selbsterzeugtes Doping abläuft. So werden all jene Stoffe produziert, die für alle Wachstums- und Umbauprozesse von neuronalen Netzwerken gebraucht werden. So einfach ist das: Das Gehirn entwickelt sich so, wie und wofür es mit Begeisterung benutzt wird. Deshalb ist es entscheidend, sich als Heranwachsender oder Erwachsener diese Begeisterung zu bewahren. Leider erleben wir im Laufe unseres Lebens alle zu oft das Gegenteil. Wir stellen fest, dass uns die anfängliche Begeisterung, mit der wir uns als kleine Entdecker und Gestalter unserer Lebenswelt auf den Weg gemacht haben, beim Älterwerden zunehmend abhandenkommt. Denn wie oft überwältigt uns heute noch ein Sturm der Begeisterung? Einmal pro Tag, einmal pro Woche? Einmal im Monat? Das Schlüsselwort zur Beantwortung dieser Frage heißt: Bedeutsamkeit. Damit wir uns für etwas begeistern, muss es bedeutsam für uns selbst sein! Das ist die Krux. Für ein kleines Kind ist noch fast alles bedeutsam, was es erlebt, erfährt und unternimmt. Aber je besser es sich später in seiner Lebenswelt einzurichten und zurechtzufinden gelernt hat, desto unbedeutender wird alles andere, was es in dieser Welt sonst noch zu entdecken und zu gestalten gibt. Wir sind gefangen in Routine. Indem wir älter werden, Erfahrungen sammeln und unsere Lebenswelt nach unseren Vorstellungen gestalten, laufen wir zunehmend Gefahr, im Hirn einzurosten. Wir kennen „unsere Pappenheimer“ und wissen „wie der Hase läuft“. Wir erledigen unseren Job. Wir machen, was getan werden muss. Wir funktionieren. Der Preis dafür ist hoch: für uns verliert das Leben seinen eigentlichen Reiz. Alles ist gleichermaßen bedeutsam oder unbedeutsam. Wir haben zwar unser Leben optimal in den Griff bekommen; unsere kindliche Begeisterungsfähigkeit mit seinen ganzen Reizen für unseren Geist haben wir aber bis zur Leblosigkeit abgewürgt. Es ist dringend an der Zeit, dass wir als Gesellschaft dieser negativen Entwicklung entgegensteuern. Denn wie es einem einzelnen Menschen mit der fehlenden Begeisterung ergeht, ergeht es auch unserer menschlichen Gemeinschaft. Wir erleben das Tag für Tag in der Familie, der Schule, dem Beruf. Unsere ganze Gesellschaft hat gewissermaßen kollektiv die Begeisterungsfähigkeit verloren. Es fehlt ihr sichtbar an Kreativität, Lebensfreude, Entdeckerlust und Gestaltungskraft. Daher dümpelt sie in eingefahrenen Routinen mit festgefügten Verwaltungsstrukturen dahin. Sie hat alles – scheinbar – im Griff und lässt sich sogar von Krisen kaum noch erschüttern. Sie funktioniert noch, aber sie lebt nicht mehr. Dazu kommt: den allermeisten Menschen (unseren Verwandten, Freuden, Arbeitskollegen) wird es immer wichtiger, gut zu funktionieren. So funktionalisiert diese begeisterungslos gewordene Gesellschaft erst ihre Erwachsenen und am Ende sogar noch ihre Kinder. Die werden mit Wissen abgefüllt und es werden ihnen bestimmte Fähigkeiten und Fertigkeiten beigebracht, anstatt in ihnen die Fackel der Begeisterung am eigenen Entdecken und Gestalten zum Lodern zu bringen. Die moderne Hirnforschung kennt den Weg hinaus aus diesem Dilemma. Sie hat wissenschaftlich ergründet: Alles, was Menschen hilft, was sie einlädt, ermutigt und inspiriert, eine neue, andere Erfahrung zu machen als bisher, ist gut für das Hirn und damit gut für die Gemeinschaft. Menschen, denen es gelingt, ihr Gehirn noch einmal auf eine andere als die bisher gewohnte Weise zu benutzen, bekommen ein anderes Gehirn. Menschen, die sich noch einmal mit Begeisterung für etwas öffnen, was ihnen bisher verschlossen war, praktizieren dieses wunderbare Selbstdoping für das eigene Gehirn. Die Wissenschaft nennt diesen Prozess Potenzialentfaltung. Es ist das genaue Gegenteil von dem, was die meisten Menschen gegenwärtig betreiben: bloße Ressourcennutzung. So lautet die frohe Botschaft der Hirnforscher: Wer sein Gehirn nicht zu einer Kümmerversion dessen machen will, was daraus hätte werden können, der muss seine kindliche Begeisterungsfähigkeit zurückgewinnen. Er muss sich einladen, ermutigen und inspirieren lassen, die Welt noch einmal so zu betrachten, wie damals, als er noch ein Kind war: mit all der Entdeckerfreude und Gestaltungslust, die als Anreiz und Dünger für das eigene Hirn gebraucht werden. Um bei Heranwachsenden die kindliche Begeisterung dauerhaft virulent zu halten und sie immer wieder neu zu entfachen, müssten die Eltern die Rolle des Motivators übernehmen. Sie könnten, ihre Kinder resistent machen gegen Routine, Trägheit und Trübsal. Das kann aber nur gelingen, wenn sich diese Eltern ihre Befähigung zur Potenzialentfaltung selbst erhalten haben; wenn sie selbst weiter in das Leben verliebt sind und sich für all das begeistern, was dieses Leben tagtäglich in seiner ganzen Buntheit und Schönheit bietet – wie damals, als sie selbst noch kleine Kinder waren. Eltern, die ein allzu funktionalisiertes Leben bereits in Rolle des Ressourcennutzers gedrängt hat, brauchen allerdings selbst einen äußeren Antrieb, um zurückzufinden zu einer authentischen Begeisterung, die sie auf ihre Kinder übertragen können. Sie müssten ihren Kindern wirklich neue Perspektiven, als Gestalter, nicht aber als Bewältiger ihres Lebens bieten.